Weder Fisch noch Fleisch...

...weder Blog noch Tagebuch, weder anspruchsvoll noch banal, weder einseitig noch vielseitig, weder Schwarzweiß noch Farbe, weder dies noch das.

 

Weder Fisch noch Fleisch ist eine regelmäßig unregelmäßig erscheinende Kolumne mit erlebten, spaßigen Stories rund um das Thema Fotografie - sei es für den Zeitvertreib im Wartezimmer, um den Tag mit Schadenfreude zu starten oder vielleicht doch das eine oder andere daraus mitzunehmen.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 


Das Hotel

Schottland ist bei Engländern, Walisern und bei den Schotten selbst ein beliebtes Reiseziel. Das merkt man besonders in den Ferien – nämlich dann, wenn man über mehrere Stunden von einem Bed & Breakfast zum nächsten zieht und entnervt am liebsten eines der vielen Schilder mit der Aufschrift „no vacancy“ an der eigenen Stirn zertrümmern mag.

 

Soeben verlassen wir die Isle of Skye über die imposante Skye Bridge und begeben uns auf direktem Weg in den Norden. Im hohen Norden soll Schottland noch am ursprünglichsten sein und weit weniger touristisch. Keinerlei invasionsartige Besucherströme, wie man sie an den zahlreichen Naturwundern auf Skye erlebt. Das klingt reizvoll. Mein ausgestrecktes rechtes Bein jagt den silbergrauen Mietvolvo durch die kurvigen Bergstraßen hinein in die schottische Einsamkeit. Eines unserer zuvor ausgesuchten Ziele ist die Ruine des Ardvreck Castles, das auf einer kleinen Landzunge im Loch Assynt thront. Eingerahmt von einer sanften Hügellandschaft sollten der See und die alte Ruine eine wundervolle Fotokulisse bieten.

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Der Schreck

Die Reifen quietschen, rasant biege ich mit dem klapperigen Pickup auf die kurvenreiche Küstenstraße in Richtung Le Morne Halbinsel ab. Der Horizont färbt sich bereits blutrot bei meiner immer verzweifelter werdenden Suche nach einem passenden Fotospot.

 

„Verdammt! Wieder kein interessanter Spot“, fluche ich hinter jeder Kurve. Wenn man den ganzen Tag an Mauritius Stränden vertrödelt und planlos viel zu spät aufbricht, dann läuft einem die Zeit davon. Ein Auge fixiert die schmale Straße, das andere schielt in Richtung des immer intensiver werdenden Sonnenunterganges – mein Spiegelbild im Rückspiegel ähnelt Heidi, dem schielenden Opossum. Kurve um Kurve lenke ich den in die Jahre gekommenen Pickup, der von seinem Vermieter liebevoll Planierraupe genannt wird, der rotglühenden Sonne entgegen. Wenn nicht gleich ein idyllischer Spot auftaucht verpasse ich die vielleicht einzige Chance auf stimmungsvolle Sonnenuntergangsfotos während meines Aufenthalts auf der Maskarenen-Insel.

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Ich kann es einfach nicht...

Es gibt diese Situationen auf Reisen in fernen, exotischen Ländern, da würde man am liebsten schnell die Kamera zücken und eine spannende Szene aus dem Alltagsleben der Einheimischen fotografieren und zieht dann frustriert von dannen, ohne auch nur ein Foto gemacht zu haben. Jedenfalls kenne ich diese Situationen, denn ich habe sie erlebt, viele Male und immer wieder. Wenn ich mich mal traute die Kamera zu zücken, dann wurde ich oft mit bösen Blicken gestraft und habe die Fotos, von meinem schlechten Gewissen erniedrigt, wieder gelöscht. Aber es gibt sie, diese Portraits von stolzen Menschen aus den fernen exotischen Ländern – nur nicht auf meiner Festplatte und beinahe hätte ich mich damit abgefunden, dass ich es einfach nicht kann.

 

Es war an der Zeit eine neue Fernreise zu planen und nach einigem hin und her fiel die Entscheidung auf eines dieser fernen, exotischen Länder, die man nicht mal eben mit dem Fahrrad erreichen kann – zugegebenermaßen ist es für mich schon eine Herausforderung den nächstgelegenen Bäcker mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Wahl fiel auf das Reiseziel Grenada, eine Insel der kleinen Antillen und ein karibisches Paradies, welches mit großer Sicherheit unzählige interessante Fotomotive bereithält.

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