Fotobuchtest @SaalDigital - Mai 2016

Wer braucht schon Fotobücher?

 

Man kennt das – immer wieder zu Beginn der ungemütlichen Jahreszeit werden die Erinnerungen an vergangene Urlaube wach. „Weißt du noch?“ gefolgt von „Lass uns doch mal wieder die Urlaubsfotos anschauen!“ ertönt es hinter einer Wolldecke aus der Couchecke. Für gewöhnlich verlässt man dann den gemütlich kuscheligen Couchplatz und geht gemeinsam in das sterile Arbeitszimmer um sich vor den Rechner zu setzen und Fotos anzuschauen. Oder etwa nicht?

 

Seit ein paar Jahren gibt es ja nun schon diese sogenannten Tablet PC‘s, die zwar nicht sonderlich viel können, sich aber immerhin ideal zur Zeitverschwendung eignen. Dank hochauflösender Displays mit so klangvollen Namen wie Retina oder AMOLED können die Urlaubsfotos auf den Tablets in brillanter Bildqualität auch in der kuscheligen Couchecke angeschaut werden. Toll!

 

Was ist eigentlich aus den guten alten Fotoalben geworden? Es brauchte mindestens einen langen norddeutschen Winter um ein Fotoalbum fertigzustellen – was für ein toller Zeitvertreib. Aber seit dem Aufkommen der Tablets findet sich zwischen Online-Shopping und Angry Bird einfach keiner Zeit mehr um ein Fotoalbum zu erstellen. Und seien wir mal ehrlich irgendwie war es auch nervig jedes einzelne Foto mit Zackenschere, Pritt-Stift und Wachsmaler in Szene zu setzen.

 

Fotoalben heißen heute übrigens Fotobücher und stehen den edlen Bildbändern großer Fotografen in nichts nach – außer vielleicht der Qualität der Aufnahmen. Fairerweise sei an dieser Stelle gesagt, dass es die guten alten Fotoalben natürlich auch immer noch gibt – also für diejenigen unter uns, die noch kein Tablet besitzen.

 

Erwähnte ich, dass ich ein ausgesprochener Fan von Fotobüchern bin? Ob nun Fotobuch oder Tablet bleibt wohl Geschmackssache. Neben dem nostalgischen Gefühl wartet das Fotobuch zudem mit einem nicht ganz offensichtlichen aber dafür entscheidenden Vorteil auf. Keine Frage ein gutes Fotobuch hat seinen Preis und dies führt in der Regel dazu, dass die Bildauswahl mit Bedacht von statten geht um den Anstieg der Seitenzahl und die damit verbundenen Kosten im Zaum zu halten. Also anstelle von „immer reinspaziert“ erhält nur die Creme de la Creme den Zutritt ins Buch. Und damit wäre der entscheidende Vorteil auch schon beim Namen genannt. Ich befürchte die meisten haben schon einmal die Erfahrung gemacht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten Urlaubsfotos anschauen zu dürfen. War er nicht schön der Löwe, der Hans und Sabine im Krüger-Nationalpark über dem Weg lief und nun über den Diaprojektor auf der Raufasertapete flimmert? Leider sahen sie nur diesen einen Löwen, betont Sabine. Den Fotos nach könnte man allerdings meinen ihnen wäre ein Clan von 100 bis 200 Tieren über den Weg gelaufen. Puhh, zum Glück war es nur der eine.

 

Achja und ein Fotobuch braucht keinen Strom.

 

Wie wäre es mit einem Panorama-Fotobuch

 

Ich durfte testen. Ein Fotobuch von Saal-Digital. Der Deal - ich bekomme das Buch subventioniert und schreibe dafür meine offene und ehrliche Meinung in diesem Bericht (krasse Einleitung für so einen Testbericht was?) Ich habe denen jetzt nicht erzählt, dass bereits etliche Saal-Fotobücher mein Regal säumen und ich eigentlich schon um ihre Qualität weiß. Ich wollte schon lange eines dieser großen, also wirklich großen Panorama-Fotobücher ausprobieren. Meine Islandreise aus dem März 2014 sollte in einem gigantischen A3 Fotobuch (42 cm x 28 cm) verewigt werden - da kam mir dieses Testangebot gerade recht.

 

Software vs. Zackenschere

 

Eigentlich wollte ich gar nicht viele Worte über die Software verlieren aber eins sei gesagt, die Arbeit mit der Maus und dem aus meiner Sicht intuitiv zu bedienendem Programm sagt mir deutlich mehr zu als mit Zackenschere, Pritt-Stift und Wachsmaler zu hantieren.

 

Nach dem Starten des Programms wird eine Übersicht mit den Produktkategorien angezeigt - darunter finden sich zum Beispiel Fotos, Fotobuch, Wandbilder, Kalender, Fotogeschenke usw.

 

Als Randnotiz sei erwähnt, dass Saal immer wieder mal nette Aktionen zu verschiedenen Produkten anbietet, auf die mit einem auffälligen roten Aktions-Button bereits in der Produktübersicht hingewiesen wird. Was darüber hinaus aber wirklich praktisch und durchdacht ist, ist die Angabe der zu erwartenden aktuellen Lieferzeit für die Produkte der einzelnen Produktkategorien. Falls sich jetzt jemand fragt, was daran so praktisch sein soll. Man warte bis kurz vor Weihnachten, was ja jedes Jahr aufs Neue unerwartet und völlig überraschend vor der Tür steht und suche nach einem kurzfristig zu beschaffenden Geschenk – ein Fotobuch zum Beispiel. Wird es noch pünktlich bis zum 24.12. ankommen?

 

Die Fotobücher bieten neben verschiedenen Formaten und Größen allerhand zusätzlicher Konfigurationsmöglichkeiten und praktisches Zubehör. Es beginnt mit dem Cover, welches mit glänzender oder matter Oberfläche und seit einiger Zeit sogar mit verschiedenen Lederbeschichtungen gewählt werden kann. Ich wähle erst glänzend aber entscheide mich am Ende des Projekts doch für eine matte Oberfläche, da ich ein schlichtes Cover gestalte, welches meiner Meinung nach mit der matten Oberfläche edler wirkt. Zusätzlich kann das Fotobuch gegen Aufpreis auch noch mit einer Cover-Wattierung ausgestattet werden. Das soll sich schön anfühlen – brauche ich nicht, ich schaue mir das Buch lieber an als es zu streicheln. Bei den Innenseiten kann ebenfalls zwischen matt und glänzend gewählt werden. Landschaftsaufnahmen leben von ihren Farben und ihrer Tiefe, daher entscheide ich mich hier für glänzend.

 

Als nettes Zubehör kann jetzt noch eine Geschenkverpackung dazu bestellt werden. Es handelt sich hierbei um eine stabile mit Schaumstoff gepolsterte Box, die wahlweise in anthrazit oder weiß erhältlich ist. Eine Geschenkbox benötige ich nicht. In der Vergangenheit wählte ich eine Box für ein Buch, das ich verschenken wollte. Sie war wirklich hochwertig mit ihrem Magnetverschluss im Deckel. So schön die Boxen auch sind, man muss schon einen stolzen Aufpreis dafür in Kauf nehmen. Leider sind die Geschenkboxen nur in zwei Größen erhältlich. Die kleinste Box ist quadratisch mit der Abmessung 33 x 33, so dass sie für meinen Geschmack für die meisten angebotenen Fotobuchformate doch eher überdimensioniert ist. Lediglich für das große Panoramafotobuch gibt es eine passende Box.

 

Los geht es. Ich starte mit der Mindestanzahl von 26 Seiten, die aber beliebig bis auf 74 Seiten erhöht werden kann. Um es vorweg zu nehmen, am Ende komme ich auf 38 Seiten.

 

Das Programm ist logisch strukturiert. Links befinden sich die Ordnerstruktur zum Auffinden der Bilderordner und die Miniaturanzeige der Fotos im ausgewählten Ordner. Auf der rechten Seite gibt es ein Menü mit Ebenen, Hintergründen, Cliparts und zahlreichen Designvorlagen für alle denkbaren Themengebiete. In der Mitte befindet sich der große Arbeitsplatz mit dem aufgeschlagenen Buch, dessen Seiten erwartungsvoll befüllt werden wollen und ganz unten ermöglicht eine schmale scrollbare Leiste, die schnelle Navigation durch die Buchseiten.

 

Ich nutze weder eine der Designvorlagen, noch irgendwelche Hintergründe oder Cliparts. Echte Männer bauen ihre Fotobücher mit den bloßen Händen und auch dafür bietet die Software alles was man braucht. Elegant schnippe ich Text- und Objektboxen auf die leeren Seiten und ziehe mir dann die jeweils passenden Fotos in die Objektboxen. Schade, dass es keine Möglichkeit gibt ein Raster über die leeren Fotobuchseiten zu blenden, so dass die Anordnung der Text- und Objektboxen etwas leichter von statten ginge. Zumindest gibt es aber reichliche Möglichkeiten die Objekte automatisch aneinander und an der Seite auszurichten.

 

Wer mit den üblichen Office-Anwendungen vertraut ist, sollte sich in kürzester Zeit auch in die gut strukturierte Software eingearbeitet haben. Lediglich eine Sache hat mich hin und wieder bei der Benutzung der Software gestört. Die Textboxen, die einen ein- und ausblenbaren Texteditor haben, der sich dominant über das Arbeitsfeld legt aber irgendwie trotzdem unpraktisch zu handhaben ist – besonders dann, wenn man viel Text einfügt. Neben dem Texteditor gibt es ein kleines Feld oberhalb der Textbox, das nicht ausgeblendet werden kann und somit auch schon mal die Ausrichtung der Objekte erschwert.

 

 

Nach zwei Abenden Fotos hin- und herschieben und gegeneinander austauschen ist das Buch endlich fertiggestellt. Noch Montagabend übertrage ich die Daten online an Saal-Digital und bin ab sofort gespannt wie wohl das große Panoramabuch in meinen Händen wirken wird. Werden meine Erwartungen erfüllt oder wird es eine Enttäuschung? Dazwischen gibt es für mich nichts . Am Mittwoch erhalte ich die Versandbestätigung und am Freitag liegt das mächtige Buch zu meinen Füßen.

 

Qualitätskontrolle

 

Auf den ersten Blick scheint sie belanglos und überhaupt wird ihr viel zu wenig Beachtung geschenkt, dabei ist es doch sie, die Verpackung, die vom Versand bis zum Eintreffen der Ware so einiges über sich ergehen lassen muss. Schauen wir doch mal genauer hin. Nach dem Öffnen des Versandkartons wird klar, da muss schon Einiges zusammenkommen bevor das Buch auf der Reise Schaden nimmt. Gegen Stöße und das Herunterfallen wird es durch robuste Eckenschoner und einer polsternden Schicht geschützt. Selbst Feuchtigkeit sollte dem Buch nichts anhaben können, da es zusätzlich in einer Plastikumhüllung eingeschweißt ist.

 

Wie eingangs erwähnt entschied ich mich am Ende des Buchprojekts für eine matte Oberfläche, da ich ein sehr schlichtes Cover wählte. Eine gute Entscheidung, denn die matte Oberfläche passt hervorragend zum schlichten Cover. Irgendwie fühlt es sich zudem recht gut an – nun hab ich es doch gestreichelt.

Was mir bei der Covergestaltung weniger gut gefällt, ist die schwierige Gestaltung des Buchrückens. Das hat weniger mit den Gestaltungsmöglichkeiten zu tun als damit, dass ein auf dem Cover und/oder auf der Rückseite platziertes Foto unter Umständen in den Buchrücken hineinläuft. Ich habe diese Erfahrung in der Vergangenheit gemacht und versuche dies zu umgehen, indem ich entweder ein Foto als Hintergrund über das Cover, inklusive Rückseite platziere oder indem ich ein Foto auf dem Cover so platziere, dass es nicht in den Buchrücken hineinlaufen kann. Vielleicht ist es aber auch nur ein Anwenderfehler meinerseits und ich interpretiere die in der Software eingeblendeten Linien auf dem Cover und der Rückseite falsch, dann wäre eine bessere Erklärung in der Hilfe der Software wünschenswert.

Saal-Digital wirbt auf seiner Webseite mit der Panorama-Bindung, bei der weder ein störender Falz noch ein Versatz in der Buchmitte entsteht. Das hat mich dazu bewogen viele Fotos über die Buchmitte hinaus zu platzieren und nun bin ich gespannt ob dies eine gute Idee war. Ich blättere zügig ein erstes Mal durch das Buch bevor ich mir ganz in Ruhe Seite für Seite anschaue. Saal hält sein Versprechen was die Panorama-Bindung angeht. Fotos die über der Buchmitte liegen verlieren nichts an ihrer Wirkung – eine gute Sache, die eine kreativere Seitengestaltung erlaubt.

Ich bearbeite meine Fotos in der Regel in Lightroom, wobei mir eine möglichst farbgetreue natürliche Wiedergabe bei der Bearbeitung sowie beim Druck sehr wichtig ist. Ich nutze einen speziellen, kalibrierten Monitor und bin gespannt wie der Druck im Vergleich zum Monitorbild wirkt. Um es wieder vorwegzunehmen ich bin erleichtert, hier keine bösen Überraschungen zu erleben.

 

Was sofort sehr positiv auffällt sind die Seiten, das Papier des Buches. Die Seiten sind nicht zu vergleichen mit typischem Papier wie es zum Beispiel in handelsüblichen Bildbänden verwendet wird, sondern deutlich dicker und wertiger. Ich musste auf der Webseite von Saal-Digital nachlesen, folgendes steht dort geschrieben „Die Innenseiten des Fotobuchs bestehen aus dem Fujicolor Crystal Archive Album Papier. Jede Innenseite besteht aus zwei miteinander verklebten Seiten, die dadurch besonders stabil sind.“ Auf jeden Fall tut es dem Buch und der Wirkung der Fotos sehr gut. Viel Text auf den Seiten zu verwenden wäre gefühlt eine reine Verschwendung – ich mache es trotzdem, da ich neben den Fotos gerne meine Reiseerlebnisse festhalte.

Fazit

 

Ich habe es in der Einleitung bereits verraten, dies war nicht mein erstes Fotobuch von Saal und ich werde sicher auch in Zukunft Fotobücher bei Saal bestellen. Die Qualität spricht für sich und wenn es mal Grund zu einer Beanstandung gibt, dann kann ich aus Erfahrung sagen, dass man bei Saal sehr professionell damit umgeht.

 

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